19/10 2026

CfP: Ungleichheiten und Region

Bozner Gespräche zur Regionalgeschichte 2027

„Geschichte und Region/Storia e regione“ und das Zentrum für Regionalgeschichte Brixen richten vom 2. bis 4. September 2027 zum fünften Mal die „Bozner Gespräche zur Regionalgeschichte“ aus.

Die Veranstaltung bietet jungen Historiker:innen (Diplomand:innen, Doktorand:innen oder Post-docs, deren Doktorat vorzugsweise nicht länger als fünf Jahre zurückliegt) eine Diskussionsplattform mit Vernetzungs- und Austauschmöglichkeiten: Laufende oder kürzlich abgeschlossene Forschungsprojekte (Diplomarbeiten, Dissertationen, Post-doc-Projekte oder andere Forschungsarbeiten) können präsentiert und zur Diskussion gestellt werden.

Die Tagung umfasst ausdrücklich alle Epochen und geografischen Räume der Regionalgeschichte. Dabei wird „Region“ nicht als politisch oder administrativ vorgegebenes Territorium verstanden, sondern vielmehr als eine offene Kategorie und eine flexible Raumkonfiguration gedacht, die sich jeweils aus dem Forschungsthema und/oder -zugang ergibt.

2027 wollen die „Bozner Gespräche zur Regionalgeschichte“ die Aufmerksamkeit auf das Thema Ungleichheiten richten. In der Epoche der Aufklärung setzten Prozesse ein, die sich in klarer Abgrenzung von der feudalen Ständegesellschaft an Leitwerten wie Gleichheit, insbesondere in rechtlicher Hinsicht, orientierten. Dennoch bleibt Ungleichheit bis heute eine bestimmende soziale Tatsache, die Chancengleichheit unterminiert. 

Im Zentrum der Tagung stehen historische Prozesse, die auf regionaler Ebene zur Entstehung, Etablierung und Persistenz, aber auch zum Abbau von Ungleichheiten in rechtlicher, politischer, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht beigetragen haben. Ziel der Tagung ist es, das in der Geschichtsschreibung wie allgemein in den Gesellschaftswissenschaften debattierte Thema im raumhistorischen Zusammenhang, spezifisch jenem der Regionalgeschichte, zu diskutieren – für alle menschlichen Erfahrungsbereiche und ohne thematische oder epochenspezifische Einschränkungen.

Die Beitragsvorschläge für die „Bozner Gespräche zur Regionalgeschichte 2027“ sollen der Geschichte von Ungleichheiten im regionalen Raum nachspüren. Als thematische Impulse können folgende Beispiele dienen:

  • wirtschaftliche Ungleichheiten (Einkommen, Verfügbarkeit von Produktionsmitteln, Infrastrukturen etc.), sowohl innerhalb eines regionalen Raums als auch im Sinne eines interregionalen Vergleichs;

  • soziale Ungleichheiten, Hierarchien, ungleiche Verteilung von materiellen und immateriellen Ressourcen, soziales Ansehen;

  • Ungleichheiten durch Diskriminierung (ethnischer oder religiöser Natur etc.);

  • geschlechterbedingte Ungleichheiten (Bildungszugang, Arbeitsumfeld, Familienorganisation, politische Teilhabe etc.); 

  • Ungleichheiten im Generationengefüge;

  • kulturelle Ungleichheiten (Bildungsniveau, Zugang zu Kultur, etc.);

  • …

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Wir weisen darauf hin, dass für Einreichungen keine Vorgaben hinsichtlich des spezifischen Themas, geografischen Raumes oder Untersuchungszeitraums bestehen: Grundlegend ist ein Zugang, der Aspekte der Ungleichheit mit den Methoden der Regionalgeschichte kombiniert.

Guido Alfani, Professor für Wirtschaftsgeschichte an der Universität Bocconi in Mailand und einer der herausragenden Experten für die Geschichte ökonomischer Ungleichheiten, wird die Tagung mit einer Keynote eröffnen.

Die Tagungssprachen sind Deutsch und Italienisch (Simultanübersetzung vom Italienischen ins Deutsche und umgekehrt ist vorgesehen); falls die Beitragenden weder der einen noch der anderen Sprache mächtig sind, besteht die Möglichkeit, in englischer Sprache vorzutragen (ohne Simultanübersetzung).

Übernachtungs- und Verpflegungskosten der Referent:innen werden von den organisierenden Institutionen übernommen, Reisespesen (2. Klasse) werden rückvergütet.

Es besteht außerdem die Möglichkeit, dass einige Beiträge in der Zeitschrift „Geschichte und Region/Storia e regione“ veröffentlicht werden. 
 

Interessierte richten bis spätestens 15. Jänner 2027 ihre Einreichung (300 Wörter) gemeinsam mit einem kurzen CV per E-Mail an folgende Adresse: info@geschichteundregion.eu 

CFP Bozner Gespräche zur Regionalgeschichte 2027 IN PDF-FORMAT
 


Bozner Gespräche zur Regionalgeschichte 2027
UNGLEICHHEITEN UND REGION
Bozen, 2.–4. September 2027
 

Eine Veranstaltung von
Geschichte und Region/Storia e Regione und 
Zentrum für Regionalgeschichte 
 

Wissenschaftlicher Beirat
STEFANO BARBACETTO, Geschichte und Region/Storia e regione
ANDREA BONOLDI, Dipartimento di Economia e Management, Università di Trento
FRANCESCA BRUNET, Zentrum für Regionalgeschichte, Brixen
SIGLINDE CLEMENTI, Zentrum für Regionalgeschichte, Brixen
MICHAELA OBERHUBER, Geschichte und Region/Storia e regione
HANNES OBERMAIR, Eurac Research, Bozen-Bolzano
MICHAEL SPAN, Salzburger Freilichtmuseum
CAMILLA TENAGLIA, Fondazione Bruno Kessler – Italienisch-Deutsches Historisches Institut
 

Mail 
info@geschichteundregion.eu